Profi-Tipps für Ihre Traumküche

Eine Küche entfaltet ihren Wert erst dann, wenn Planung, Ergonomie und Ausführung sauber aufeinander abgestimmt sind. Der Beitrag zeigt praxisnah, worauf es bei moderner Küchenplanung wirklich ankommt – von der Raumaufteilung über Materialien bis zu Details, die den Alltag spürbar erleichtern.

1/24/202626 min lesen

Worauf es bei Planung, Material und Montage wirklich ankommt

Eine Küche ist weit mehr als eine bloße Ansammlung von Schränken und High-Tech-Geräten – sie ist das technische, soziale und emotionale Kraftzentrum Ihres Zuhauses. In kaum einem anderen Raum verschmelzen hochkomplexe Installationen, extreme mechanische Beanspruchung und ästhetischer Anspruch so eng miteinander. Damit Sie über Jahrzehnte hinweg Freude an dieser Investition haben, reicht ein gefälliges Design allein bei weitem nicht aus. Es sind die unsichtbaren Details, die handwerkliche Präzision und das tiefgreifende physikalische Verständnis der verwendeten Materialien, die den Unterschied zwischen einer einfachen „Einbauküche“ von der Stange und einem exklusiven handwerklichen Meisterstück ausmachen.

Dieser Leitfaden ist ein Manifest für Qualität. Er wurde verfasst, um die kompromisslose technische Überlegenheit des echten Handwerks gegenüber industriellen Massenstandards und fehlerresistenten Amateuren zu verdeutlichen. Er gibt Ihnen das notwendige Expertenwissen an die Hand, um eine langlebige, ergonomische und ästhetisch perfekte Küche zu realisieren, die auch nach 20 Jahren nicht „alt“ aussieht. Denn am Ende gilt eine Tischler-Weisheit: Ein guter Handwerker denkt an Dinge, von denen Kunden oft gar nicht wissen, dass sie existieren – bis sie eines Tages den Unterschied im täglichen Gebrauch, in der Ergonomie und im Werterhalt spüren.

1. Planung & Ergonomie

Die beste Optik verliert sofort ihren Wert, wenn die Ergonomie im Alltag versagt. Eine mangelhaft geplante Küche führt nicht nur zu täglichem Frust durch unlogische Wege, sondern kann langfristig zu ernsthaften physischen Belastungen, Verspannungen und chronischen Rückenschmerzen führen. Wir planen Ihre Küche als maßgeschneiderten Arbeitsraum, der sich millimetergenau Ihrem Körper anpasst – nicht umgekehrt.

Arbeitshöhe – individuell statt Standard

Wir planen nicht im üblichen 5-cm-Raster, sondern millimetergenau nach Ihrer Körpergröße. Die ideale Arbeitshöhe liegt 10–15 cm unterhalb Ihres angewinkelten Ellbogens. Bei größeren Küchen empfehlen wir, das Kochfeld etwas niedriger und die Spüle etwas höher zu setzen – das schont den Rücken bei unterschiedlichen Tätigkeiten.
Außer man zieht eine durchgehende Arbeitsfläche vor.

Der intelligente Sockel

Ein Sockel ist weit mehr als eine bloße Verblendung der Füße. Er muss mindestens 10 cm nach hinten versetzt sein.

Nur durch diesen Rücksprung können Sie nah genug an der Arbeitsplatte stehen, ohne dass Ihre Zehen anstoßen. Dies ermöglicht eine vertikale Ausrichtung der Wirbelsäule und verhindert das schädliche Vorbeugen des Oberkörpers.

Wir verbauen ausschließlich abnehmbare, werkzeuglos demontierbare Blenden. Sollte ein Siphon im Laufe der Jahre undicht werden oder sich Staub unter den Schränken ansammeln, kommen Sie jederzeit an diesen Raum. Dies verhindert auch die unkontrollierte Ansiedlung von Ungeziefer in unzugänglichen „toten Räumen“.

Tiefe der Arbeitsplatte

Bei einer Standard-Arbeitsplatte von 63 cm Tiefe darf der Korpus maximal 58 cm tief sein – so bleibt Platz für Fronten und Griffe. Wenn man es bereits bei der Hausplanung berücksichtigt hat, kann man sogar eine 70-80 cm Tiefe Arbeitsplatte andenken. Sie gewinnen enorm viel Abstellfläche für Kleingeräte (Kaffeemaschinen, Toaster), ohne die eigentliche Vorbereitungszone einzuschränken. Sie können Geräte hinten stehen lassen und vorne immer noch bequem arbeiten.

Mehr Arbeitsfläche zahlt sich immer aus, damit werden auch spätere Geräteeinbauten einfacher. Bei grifflosen Küchen muss die Arbeitsplatte frontbündig sein – sonst wird das Öffnen von Türen und Schubladen zum Fingerspagat.

Die goldene Zone

90 % der Küchenarbeit finden zwischen Spüle und Kochfeld statt. Diese Zone ist die Bühne Ihres kulinarischen Schaffens. Sie muss mindestens 120 cm breit sein. Ist sie kleiner, arbeiten Sie eingeengt und müssen ständig Dinge hin- und herschieben, egal wie groß der Rest der Küche ist.

Arbeitszonen statt „magisches Dreieck"

Das veraltete Konzept des Dreiecks (Herd-Spüle-Kühlschrank) stammt aus einer Zeit, in der Küchen deutlich kleiner waren. Wir planen heute in funktionalen Clustern: Bevorratung, Aufbewahrung, Spülen, Vorbereiten und Kochen.

Beispiel: Ist die Spüle rechts vom Herd, der Vorbereitungsplatz aber links, kreuzen Sie ständig mit tropfendem Gemüse den Kochbereich. Das ist nicht nur ineffizient, sondern auch ein Sicherheitsrisiko. Ein Linkshänder benötigt einen anderen Aufbau des Workflows als ein Rechtshänder.

Ellbogenfreiheit & Sicherheitsabstände

Spüle und Kochfeld dürfen niemals direkt an einen Hochschrank oder eine Wand grenzen. Beim Hantieren mit heißen Pfannen oder beim Abwaschen von Backblechen brauchen Sie mindestens 30 cm seitlichen Spielraum. Fehlt dieser, stoßen Sie ständig an, was zu beschädigten Seitenwänden und – im schlimmsten Fall – zu Verbrennungen führen kann.

Oberschränke mit Weitblick

Wir bevorzugen moderne Klappensysteme mit mechanischer oder elektrischer Unterstützung. Klassische Türen stehen im geöffneten Zustand permanent als Barriere im Weg und stellen ein erhebliches Kopfstoßrisiko dar.

Optische Tiefe & Ergonomie: Bei tiefen Arbeitsplatten ziehen wir auch die Oberschränke tiefer (bis zu 45 cm). Das sorgt für ein harmonisches Gesamtbild und bietet endlich den nötigen Stauraum
Fensterplanung: Schränke dürfen niemals bis zur Fensterleibung ragen. Das behindert nicht nur den Lichteinfall, sondern zerstört durch den falschen Öffnungswinkel langfristig die Beschläge von Fenster und Schrank. Wir planen hier mit einem „Luftraum“, der architektonische Klarheit schafft.

Vorsicht bei Oberschränken über Kochinseln: Sie sind meist schwer erreichbar, und man stößt sich beim Arbeiten den Kopf. Dafür gibt es andere Gestalterische Elemente.

Sitzplätze & Proportionen

Ein Essplatz direkt an der Arbeitsplatte ist ein sozialer Ankerpunkt, erfordert aber eine präzise physikalische Abstimmung.

Sitzplätze an einer Arbeitsplatte erfordern die richtige Sitzhöhe – normale Stühle sind zu niedrig, klassische Barhocker zu hoch. Hier wären Halbhocker erforderlich. Die Arbeitsplatte muss zudem weit genug überstehen, damit Knie Platz haben.
Richtwerte: Tischhöhe: 75-78 cm | Arbeitsplattenhöhe: 85-95 cm | High-Theke: 105-115 cm. Wir planen den Überstand der Platte so, dass Ihre Knie nicht gegen den Korpus stoßen. Eine unzureichende Beinfreiheit von weniger als 30 cm führt dazu, dass der Sitzplatz unbequem ist und im Alltag nie wirklich genutzt wird.

Quick-Check: Planung & Ergonomie

· Entspricht ihre Arbeitsplattenhöhe dem Idealmaß?
· Beinfreiheit: Ist der Sockel mindestens 10 cm nach hinten versetzt, damit Sie ohne Vorbeugen aufrecht an der Platte stehen können?
Die goldene Zone: Misst der Hauptarbeitsbereich zwischen Spüle und Kochfeld mindestens 120 cm für ausreichend Bewegungsfreiheit?

2. Materialwahl: Die Physik der Langlebigkeit

Jeder Werkstoff hat Vor- und Nachteile – das ultimative Material gibt es nicht. Entscheidend ist, dass das Material zu Ihrem Lebensstil passt. Jeder Werkstoff reagiert auf Temperatur, Luftfeuchtigkeit und mechanische Belastung. Wer die physikalischen Gesetze der Materialkunde ignoriert, produziert im besten Fall schöne Katalogbilder, aber keine nachhaltige Qualität für den harten Alltag.

Der entscheidende Qualitätsfaktor

Holz ist ein hygroskopischer Werkstoff – seine Zellen funktionieren wie winzige Schwämme. Sie „atmen" und passen ihr Volumen der Umgebungsfeuchte an. Massivholz ist ein lebender Werkstoff, der auch nach der Verarbeitung arbeitet – es nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie ab.

Bei schnellen Firmen wird kaum auf die spezifische Mindesttrockenheit geachtet. Wird Holz mit zu hoher Restfeuchte (über 8–10 %) verarbeitet, entweicht das Wasser in der trockenen Heizungsluft Ihrer Wohnung. Die Fasern ziehen sich zusammen, das Material verzieht sich, und es entstehen typische Trocknungsschäden – oft erst mit erheblicher Verzögerung sichtbar. Besonders in feuchten Regionen ist kammergetrocknetes Holz essenziell: Nicht ausreichend getrocknetes Holz saugt Feuchtigkeit wie ein Schwamm und führt zu Schimmel, Fäulnis und Verzug.

Wir messen die Holzfeuchte vor der Verarbeitung und dokumentieren sie – ein versteckter Qualitätsfaktor, der über die Langlebigkeit des Endprodukts entscheidet.

Die mikroskopischen Folgen

Die Holzzellen kollabieren, es entstehen Spannungsrisse tief im Material, Bretter biegen sich (die sogenannte Schüsselung) und Leimfugen platzen unter der enormen Spannung auf. In feuchten Regionen oder Altbauten ist kammergetrocknetes Holz die einzige Versicherung gegen Schimmel und Fäulnis. Wir messen die Holzfeuchte vor jedem Verarbeitungsschritt mit Präzisionsgeräten und dokumentieren diese Werte, um sicherzustellen, dass das Material „ruht“, bevor es in Ihr Zuhause einzieht.

Fronten & Oberflächen im Härtetest

Dunkel vs. Hell – Die psychologische und praktische Wirkung:
Dunkle Hochglanz-Oberflächen wirken im ersten Moment edel, sind aber im Alltag unerbittlich. Es drückt aufs Gemüt. Jeder Fingerabdruck (Fettfilme der Haut) und jedes Staubkorn wird durch die Lichtreflexion verstärkt. Strukturierte matte Oberflächen oder Echtholz mit einer lebendigen Maserung sind deutlich „verzeihender“. Sie schlucken Licht und kleine Flecken, was den Reinigungsaufwand halbiert.

Metamerie – Das farbliche Chamäleon-Phänomen

Farben verändern ihre Wellenlänge unter verschiedenen Lichtquellen drastisch. Eine graue Front, die im Showroom unter kaltweißem LED-Licht perfekt aussieht, kann unter Ihren warmen Küchenleuchten zu Hause plötzlich einen unschönen Grün- oder Violettstich entwickeln. Wir prüfen Fronten niemals isoliert, sondern immer unter dem exakten Lichtspektrum (Kelvin-Wert), das später in Ihrer Küche vorherrscht.

Massivholz vs. MDF –
Der Lack-Check

Massivholz bewegt sich bei unterschiedlichen Bedingungen um bis zu 0,6%. Wenn Sie eine perfekt glatte, farbig lackierte Oberfläche wünschen, ist Massivholz technisch die falsche Wahl. Die natürliche Bewegung führt unweigerlich zu feinen Haarrissen an den Verbindungsstellen des Lacks. Durch diese mikroskopischen Risse dringt Feuchtigkeit (Putzwasser, Kochdampf) ein und lässt das Holz unter dem Lack aufquellen. Für deckende, glatte Farb-Lackierungen ist hochwertiges, wasserfestes MDF (Mittel Dichte Hartfaserplatte) die technisch überlegene Wahl, da es isotrope Eigenschaften besitzt und nicht arbeitet. Massivholz sollte nur geölt oder mit Klarlack geschützt werden.

Multiplex & Die Kunst der Kante

Multiplex besteht aus vielen kreuzweise verleimten Schichten. Bei minderwertiger Verarbeitung (billige Leime) neigt es zur Delamination (Ablösen der Schichten). Da die Stirnseiten (das sogenannte Hirnholz) extrem kapillaraktiv und saugstark sind, „fällt“ der Lack dort oft ein oder bildet hässliche Risse.
Diese Platten sollte man nur mit Bedacht einsetzen und wissen was man tut.

· Unsere Methode: Wenn wir mit diesem Werkstoff arbeiten, sättigen wir diese Kanten mit speziellen Kantenfüllern oder „Kalk“. Dabei handelt es sich um ein traditionelles, aufwendiges Verfahren zur Porenversiegelung mit mineralischen Füllstoffen (früher oft auf Kalk- oder Kreidebasis), um eine absolut homogene, glatte Fläche zu schaffen. Dies verhindert das Absplittern des Lacks und sorgt für eine seidige Haptik, die so kaum noch jemand erreicht. Alternativ setzen wir Echtholzanleimer, die die Schichten komplett mechanisch versiegeln.

Plattenstärke & Scharnier-Statik

Wir verbauen Korpusse und Fronten mit mindestens 18 mm Stärke und einer 2 mm ABS-Stabil-Kante. Andere nutzen nur 15 mm, um am falschen Ort an der Qualität auf Kosten des Kunden zu sparen. Physikalisch ist das riskant: Ein modernes Scharnier, das 15 kg Frontgewicht trägt, braucht „Fleisch“ zum Greifen. In einer 15 mm Spanplatte bricht die Verankerung nach einigen Jahren unter der Hebelwirkung aus. Unsere Konstruktion sorgt dafür, dass die Beschläge auch nach zehntausendfachem Öffnen noch bombenfest sitzen.
Hochwertige Dekorspanplatten sind antibakteriell beschichtet, extrem pflegeleicht und leichter als MDF. Sie lassen sich einfach verarbeiten, sind langlebig, feuchtigkeitsresistent und stoßfest. Die Haptik wirkt deutlich hochwertiger, die Stabilität der Beschläge (Scharniere) erhöht sich massiv.

Lackqualität & Wohngesundheit

Wir verwenden ausschließlich zertifizierte Lacke nach DIN 68861, die in mindestens 4 Lackschichten in unserer Lackierkammer aufgetragen werden. Billige ungeeignete Autolacke die tatsächlich von anderen verwendet werden, dünsten jahrelang gefährliche Lösungsmittel und Weichmacher aus. In einem Raum, in dem Lebensmittel verarbeitet werden, ist Qualität hier direkter Gesundheitsschutz für Ihre Familie.
Wir verwenden Lacke der Firma Sayerlack (deutsche Qualität) und Killing.

Arbeitsplatten – Komposit vs. Naturstein

Naturstein wie Marmor oder Granit ist ein Unikat der Erdgeschichte, aber chemisch reaktiv gegenüber Säuren und braucht jährliche spezielle Versiegelung. Ein verschüttetes Glas Rotwein oder ein Spritzer Zitrone kann dauerhafte Verätzungen verursachen. Komposit hingegen ist durch die Beigabe von Hochleistungs-Harzen robuster, absolut säurefest und nahezu porenfrei.

· Wir warnen vor Billig-Anbietern, die Steinplatten nur stumpf verkleben oder die nicht nur Kanten mangelhaft polieren und nicht versiegeln. Ohne eine professionelle Tiefenimprägnierung werden solche Platten durch Öl und Fett nach kurzer Zeit speckig. Wir raten zudem dringend von „aufgegehrten“ oder übereinander geklebten Steinkanten ab, sowie von Ausnehmungen für Spüle und Tropftasse, da diese mit der Zeit undicht werden und die darunter stehenden Korpusse komplett ruinieren.
Zudem nimmt so eine Bauweise eine Menge der Arbeitsfläche.

In allen Fällen sollte man einen tatsächlichen Profi aufsuchen und nicht den nächsten Möchtegern Steinmetz um die Ecke. Selbst Erfahrungen von diversen Kunden bestätigen das in mehrfacher Hinsicht.

Rahmentüren richtig konstruiert

Ein stabiler Rahmen für Küchenfronten sollte mindestens 8 cm breit sein. Viele Anbieter arbeiten mit nur 4–5 cm – wir setzen konsequent auf 8 cm Rahmenbreite. Das minimiert Verzug erheblich und bietet eine solide Basis für Beschläge. Günstige Anbieter leimen die Rahmen zudem oft nicht korrekt – das führt dazu, dass Türen hängen und sich verziehen. Griffe gehören immer auf den stabilen Rahmen, niemals auf die dünne Füllung. Jede Front braucht einen eigenen Rahmen – oft sehen wir, dass stattdessen einfach die Füllung durchgeschnitten wird, was die Stabilität komplett ruiniert.

Auch hier gilt: Die Holzfeuchte muss stimmen – die Grundlagen dazu finden Sie im Abschnitt zur Materialwahl.

Quick-Check: Materialwahl

· Substanz: Werden für Korpusse und Fronten durchgehend Platten mit mindestens 18 mm Stärke für maximale Scharnier-Statik verwendet?

· Wohngesundheit: Sind die verwendeten Lacke zertifiziert (z. B. DIN 68861) und garantieren Schutz vor gesundheitsschädlichen Ausdünstungen?

Holz-Physik: Wurde die Holzfeuchte vor der Verarbeitung gemessen und eine Restfeuchte von 8–10 % dokumentiert, um Verzug zu vermeiden?

3. Geräteplanung: Das technologische Rückgrat

Alle Geräte sollten vor der finalen Planung feststehen, da ein modernes High-End-Gerät nur so leistungsfähig ist, wie seine bauliche Integration. Es bestehen erhebliche Unterschiede zwischen Einbau- und Standgeräten – hierbei sollten exotische Maße vermieden werden, da diese beim Austausch in zehn Jahren zu teuren Problemen und notwendigen Umbauten führen können. Die fachgerechte Integration ist zudem entscheidend für die Betriebssicherheit: Ein falsch eingebauter Backofen stirbt den thermischen Hitzetod, während ein mangelhaft belüfteter Kühlschrank zum unkontrollierten Stromfresser wird.

Einbaugeräte vs. Standgeräte – Hygiene und Architektur

Einbaugeräte sind die einzige Wahl für eine fugenlose, architektonische Linienführung. Bei Standgeräten sammeln sich in den seitlichen Spalten unweigerlich Fettnebel, Staub und organische Reste an. Da man diese tonnenschweren Geräte selten vorzieht, bilden sich dort unhygienische Depots und Geruchsquellen. Einbaugeräte sind durch die geschlossene Front zudem deutlich leiser.

Beachten Sie: Ein Einbaukühlschrank ist bei gleichem Außenmaß immer kleiner als ein Standgerät, da Schrankwände und Belüftung Platz brauchen. Standgeräte bieten mehr Volumen zum günstigeren Preis, sind aber voluminöser und optisch oft störend.

Kühlschrank – Effizienz durch Strömungsphysik

Ein Kühlschrank entzieht dem Innenraum Wärme und gibt diese nach außen ab. Er braucht Platz zum „Atmen". Wir planen hinter dem Gerät mindestens 5–10 cm Luftraum ein und sorgen im Sockel (Zuluft) und im Deckboden (Abluft) für einen berechneten Querschnitt, um einen echten „Kamineffekt" zu erzeugen. Ohne diese Zirkulation muss der Kompressor dauerhaft gegen den Hitzestau ankämpfen. Dies erhöht den Stromverbrauch um bis zu 20 % und reduziert die Lebensdauer des Geräts um 3–5 Jahre.

Festtür- vs. Schlepptür-Technik: Wir setzen konsequent auf Festtür-Technik. Hierbei wird die Möbelfront starr mit der Gerätetür verschraubt, was die gesamte Last auf die massiven Gerätescharniere überträgt – stabiler, verzugsärmer und mit hochwertigerem Schließgefühl. Die billige Schlepptür-Technik der Industrie mit Kunststoffgleitschienen leiert nach kurzer Zeit aus und führt zu hängenden, klapprigen Fronten.

Geschirrspüler –
Mythen & Langzeitschutz

Der größte Fehler im Alltag ist das „Spalt-Öffnen" des Geschirrspülers nach Programmende, damit er „ausdampft". Der austretende heiße Wasserdampf kondensiert sofort an der kühleren Unterseite der Arbeitsplatte und an den angrenzenden Frontkanten. Dies führt zur Zerstörung der Leimfugen und zum Aufquellen der Trägerplatte – auch Steinplatten werden dadurch langfristig beeinflusst. Entweder erst auskühlen lassen oder ganz öffnen.

Schutz: Wir montieren grundsätzlich eine spezielle Dampfschutzfolie sowie zusätzliche Aluminiumprofile unter der Arbeitsplatte, um das Material physikalisch gegen Feuchtigkeit zu isolieren.

Ergonomie: Wenn es die Planung erlaubt, setzen wir den Geschirrspüler 40–60 cm hoch. Das bedeutet: Bequemes Be- und Entladen ohne Bücken. Wer das einmal hatte, möchte es nie wieder missen. Dazu raten wir immer zu einer vollintegrierten Front.

Dunstabzug – Aerodynamik statt Marketing-Versprechen

Ein Dunstabzug ist ein Luftfördersystem, kein bloßer Ventilator. Eine gut durchdachte Abluft ist der Goldstandard – aber der Dunstabzug braucht auch Zuluft.

Abluft: Das Rohr muss glatt sein (kein Flexrohr!) mit mindestens 15 cm Durchmesser. Jeder 90°-Bogen und jede Verengung erzeugt enormen Luftwiderstand, reduziert die Absaugleistung um bis zu 30 % und sorgt für den berüchtigten „Staubsaugereffekt" mit Lärmbelästigung. Auch ein günstiger Dunstabzug kann durch korrekte Luftführung aufgewertet werden. Die Kernbohrung für Abluft sollte vor der Montage der Hängeschränke exakt eingemessen werden – nichts ist ärgerlicher als ein Versatz, der mit hässlichem Flexrohr überbrückt werden muss. Insektenschutzgitter und Regenschutz für außen nicht vergessen.

Umluft: Bei Umluftsystemen müssen Sie wissen: Sie filtern Fett und Gerüche, aber die gesamte Feuchtigkeit bleibt im Raum. Kohlefilter sind hier ein Muss, die sichtbaren Fettgitterfilter können jederzeit per Hand oder im Geschirrspüler gereinigt werden. Konsequentes Stoßlüften ist absolute Pflicht, um Schimmelbildung hinter den Oberschränken zu verhindern.

Muldenlüfter: Muldenlüfter sind absolut top, da sie die Optik der Küche extrem anheben. Sie benötigen zwar Platz im Unterschrank für Technik und Luftführung – die oberste Schublade ist oft eine Blende, lässt sich aber für zusätzliche Steckdosen nutzbar machen. Bei Umluft muss die Luft in geführte Kanäle zu einem Sockelaustrittsgitter geleitet werden – am besten nicht direkt an der Kochstelle, damit Füße nicht angeblasen werden.

Backofen und Hitzeschutz-Management

Neben dem Backofen montieren wir spezielle Hitzeschutz-Profile aus gebürstetem Edelstahl oder Aluminium. Moderne Geräte isolieren zwar gut, aber beim Öffnen der heißen Tür entweicht ein Schwall Strahlungshitze. Diese Hitze löst bei einfachen Küchen sofort die Kantenverleimungen an den Nachbarschränken ab. Unsere Profile leiten diese Energie ab und schützen vor Vergilbung und Materialermüdung der Fronten. Auch hier gilt: Entweder ganz öffnen oder gar nicht.

Beim Kochfeld kann ein Hitzeschutzblech vorgesehen werden. Früher war dies ein häufiges Problem, mittlerweile haben Gerätehersteller darauf reagiert und die Hitzeabstrahlung nach unten minimiert.

Gasherd – Sicherheit zuerst

Die Gasflasche sollte idealerweise außerhalb des Hauses an einem schattigen Ort verbaut werden, um bei einem Leck Gefahren im Innenraum zu vermeiden. Wenn Sie rechtzeitig daran denken, kann jede Verlegung fachgerecht eingeplant werden.

Elektrik & Phasenmanagement

Ein modernes Induktionsfeld mit Boost-Funktion, ein Dampfgarer oder leistungsstarke Backöfen benötigen enorme Strommengen – oft getrennte Phasen, auch wenn sie übereinander eingebaut sind. Wir achten auf eine saubere elektrische Trennung und ausreichende Leitungsquerschnitte im Installationsplan. Erdungskabel sind Pflicht – sonst spüren Sie unangenehmen Reststrom, sobald Sie das Metallgehäuse berühren. Getrennte Absicherung verhindert auch das Herausspringen der Sicherung, wenn Sonntagsbraten und Beilagen gleichzeitig im Ofen sind.

Quick-Check: Geräteplanung

Strömungsphysik: Ist hinter dem Kühlschrank ein Luftraum von 5–10 cm sowie ein Zuluft- und Abluftquerschnitt für den „Kamineffekt“ eingeplant?
Aerodynamik: Verfügt die Dunstabzug-Abluft über ein möglichst glattes Rohr mit einem Durchmesser von 15 cm?

4. Montage & Ausführung:
Die Vollendung des Meisterstücks

Die Qualität einer Küche zeigt sich nicht im Ausstellungsraum, sondern nach der Montage. Wer billig kauft, zahlt am Ende doppelt und dreifach. Wir werden regelmäßig zu Montageruinen gerufen – schief aufgestellte Korpusse, gebrochene Arbeitsplatten, Schubladen, die wegen fehlender Blenden am Türstock nicht aufgehen. Stehen Korpusse minimal schief, führt die permanente einseitige Spannung zu vorzeitigem Verschleiß an Auszugsführungen und Scharnieren. Wir denken mit: umfangreiches Installationsmaterial für Wasser und Strom, diverse Rohrführungen für Luftführungen – alles aus einer Hand.

Statik und Wandphysik: Sicherheit durch Lastverteilung

Ein voll beladener Hängeschrank erreicht schnell über 60 kg – eine statische Herausforderung für schwache Hohlraumziegel oder sandiges Altbaumauerwerk.

· Verankerung: Wir prüfen die Wandbeschaffenheit vorab und nutzen bedarfsgerecht chemische Injektionsanker, spezielle Dübel oder flüssigen Zement. Unsere Aufhänge-Systeme lassen sich jederzeit nachjustieren.

· Keilleisten-System (French Cleat): Bei kritischen Untergründen fertigen wir massive, im 45°-Winkel gefräste Leisten. Diese verteilen das Gewicht über die gesamte Wandbreite – maximale Sicherheit gegenüber punktuellen Aufhängungen.

Der Meterriss: Die einzige absolute Konstante

Jeder sollte konsequent mit dem Meterriss arbeiten. Einer Laser-Markierung exakt 1 m über dem Rohfußboden, an der sich alle Gewerke orientieren. Auf Wunsch stellen wir diese auf der Baustelle Ihres Hauses her, sodass sich alle daran orientieren können.
Böden sind selten wirklich gerade. Wir gleichen das über den Sockel aus. Nur so kommt es nicht zu einer Sockelblende, die links 10 cm und rechts 12 cm hoch wird.
Bei bodentiefen Wangen muss dies in der Planung berücksichtigt, versiegelt und silikoniert werden. Der Fußboden sollte möglichst eben, durchgehend geschlossen und bis zur Wand mit Dehnungsfuge abgeschlossen sein.


Stabiler Korpusbau
Hochwertige Beschläge

· PU-Technologie: Korpus-Seitenteile werden niemals nur stumpf verschraubt – und schon gar nicht sichtbar. Die Traglast wäre miserabel. Wir nutzen quellenden Polyurethan-Leim (PU) kombiniert mit versteckten mechanischen Verbindern (z. B. Lamello Clamex). Der PU-Leim füllt kleinste Hohlräume, dichtet gegen Feuchtigkeit ab, die Verbinder ziehen alles bombenfest zusammen. Diese Verbindung ist praktisch unzerstörbar.

· Rückwand-Konstruktion: Wasserfeste, doppelseitig beschichtete Rückwände (Fenolico) werden eingenutet und verschraubt, nicht nur getackert. Das garantiert die nötige Diagonalsteifigkeit über Jahrzehnte. Multiplexplatten sind ohne entsprechende fachgerechte Behandlung absolut ungeeignet.

· Markenbeschläge: Auf Wunsch setzen wir auf Blum, Hettich oder Grass. Vollauszüge statt Teilauszüge, damit Sie an die hintersten Utensilien kommen. Verdeckte Führungsschienen sind langlebiger als seitliche Rollenführungen, die sich verklemmen und die Kugellager verlieren.

· Scharniere: Bei hohen Fronten verwenden wir so viele Scharniere, wie die Statik erfordert. Vorsicht bei billigen Soft-Close-Scharnieren mit Öl-Hydraulik – diese verlieren oft Öl, rosten oder reißen aus. Mechanische Dämpfung ist langlebiger.
Vorsicht: Bei gerade aufschlagenden Fronten sollten auch nur gerade Bänder verwendet werden. Nur bei innen liegenden Fronten sollten sogenannte gegröpfte oder Stollenbänder benutzt werden.

· Öffnungsbegrenzer: In kritischen Bereichen (neben Wänden oder Geräten) nutzen wir Winkelbegrenzer (z. B. 86° oder 90° statt 110°), um Schlagschäden an Putz oder Gerätefronten zu vermeiden.

Arbeitsplatten und Ausschnittversiegelung

· Präzise Eckverbindungen: Plattenverbinder werden von unten gefräst, mit massiven Verbindern und Lamello-Federn zur Höhenfixierung zusammengezogen und mit speziellem Kunststoffkleber wasserdicht versiegelt. So bleibt die Fuge über Jahrzehnte nahezu unsichtbar.

· Langzeitschutz: Jede Schnittkante an Spüle und Kochfeld wird zwingend mit wasserfestem Leim, Silikon oder hitzebeständigem Aluminiumband versiegelt. Viele Firmen sparen sich diese 15 Minuten – mit dem Ergebnis, dass die Arbeitsplatte beim ersten Wasserüberlauf irreparabel aufquillt.

· Natursteinplatten: Bei schweren Steinplatten müssen Kunststofffüße so weit wie möglich unter den tragenden Seitenteilen verschraubt werden. Zusätzliche Stützpfosten oder Traversen leiten die Last direkt auf die Stellfüße. Ein nicht angepasster Holzsockel oder angeklebte Steinplatten sind keine Option.

Installationen: Zugänglichkeit und Sicherheit

Wasser- und Stromanschlüsse müssen dort liegen, wo sie laut Plan auch vorgesehen sind. Wir planen diese bevorzugt seitlich der Geräte in gut zugänglichen Nachbarschränken – damit Sie im Notfall sofort an Absperrventile oder Stecker gelangen, ohne schwere Geräte ausbauen zu müssen.

· Wasserinstallation: Abflussrohre sollten aus der Wand kommen, nicht aus dem Boden. Fettabscheider gehören nach draußen, niemals in den Innenraum.

· Elektrik: Wir setzen auf exakte Installationspläne mit ausreichenden Leitungsquerschnitten und korrekter Erdung. Absprachen mit anderen Gewerken mit professioneller Ausrichtung gehören auch dazu.

· Kabelmanagement: Ein Installationsfreiraum von ca. 2 cm hinter den Schränken ermöglicht flexible Nachrüstungen ohne Bohrungen. Wichtige Kabelverbindungen werden aus Rückwänden ausgenommen. Unzugängliche Gerätestecker sind keine Option.

Wir erstellen für jeden Kunden einen exakten Installationsplan.

Steckdosen-Planung

Planen Sie 20 % mehr Steckdosen ein als gedacht – und dort, wo Geräte wirklich stehen (etwas seitlich für guten Zugriff). Für Kleingeräte empfehlen wir einen Kabeldurchlass in der Arbeitsplatte: Kabel verschwinden im Unterschrank, Steckdosen bleiben frei.

Steckdosen gehören nicht direkt hinter ein Kochfeld (Fett) oder eine Spüle (Wasser). Nischenlösungen oder versenkbare Systeme sind sicherer. Steckdosen innerhalb von Schubladen eignen sich ideal für Ladestationen.

Lichtplanung

Wir planen mit mehreren getrennten Lichtkreisen,
um die optimale Balance zwischen Atmosphäre
und Arbeitsergonomie zu schaffen:

· Präzise Positionierung:
Unterbaubeleuchtungen montieren wir konsequent
an der Vorderkante der Oberschränke.
Dies verhindert störende Schlagschatten durch
hohe Gegenstände oder Borde und stellt sicher,
dass Sie beim Zubereiten nicht im eigenen Schatten stehen.

· Differenzierte Lichtfarben: Wir kombinieren 2000 K (Warmweiß) für ein gemütliches Ambiente am Abend mit 6500 K (Tageslichtweiß) für die Arbeitsflächen. Letzteres garantiert maximale Farbtreue und hohen Kontrast für eine unverfälschte Wahrnehmung der Lebensmittel.

· Intelligente Steuerung: Schalter platzieren wir ergonomisch direkt unter den Oberschränken statt in weiter Entfernung. Für eine besonders cleane Optik setzen wir auf unsichtbare Berührungssensoren unter der Arbeitsplatte oder dezente Bewegungsmelder im Sockelbereich.

Ästhetik im Detail: Schattenfuge statt Silikon-Schlacht

Wir ersetzen senkrechte Passleisten durch architektonisch saubere Schattenfugen (3–5 mm). Da keine Wand perfekt gerade ist, fangen Schattenfugen Unebenheiten von Korpus zur Wand optisch ab, ohne sie mit Dichtstoffen zuzuschmieren.
Die früher üblichen erhöhten Wandabschlussleisten bei Arbeitsplatten sind unhygienisch und ein optisches Desaster und werden meist nicht fachgerecht silikoniert.

· Präzision: Mittels Parallelanreißer passen wir Passleisten exakt an den Wandverlauf an. Frontbündige Blenden wirken ästhetischer, da sie mit allen Fronten eine Gesamtfläche ergeben.

· Silikon-Philosophie: Silikon ist eine reine Wartungsfuge zur Abdichtung, kein Mittel zum Kaschieren von Planungsfehlern. So viel wie nötig, so wenig wie möglich – ca. 2 mm mattes Qualitätssilikon. Dicke Fugen trocknen zusammen und werden rissig. Bei senkrechten Fugen zur Wand verwenden wir Acryl, das sich später überstreichen lässt.

Nischenrückwände statt Fliesen

Eine Nischenrückwand (Glas, Stein oder Dekor) auf der Arbeitsplatte ohne Wischleiste bietet klare Vorteile: pflegefreundlicher als Fliesen (keine Fugen), Stromkabel jederzeit nachrüstbar, Unebenheiten ausgleichbar, und bei Bedarf austauschbar für eine komplett neue Optik.

Falls doch ein Fliesenspiegel gewünscht wird: erst nach der Küchenmontage anbringen. So muss man nicht um Fliesen herum anpassen, das Fliesenbild bleibt bei Umplanungen intakt, und man kann sich bis zum Schluss entscheiden, ob die Farbe passt.

Quick-Check: Montage & Ausführung

· Präzisions-Basis: Wurde der lasergenaue Meterriss (1 m über Rohfußboden) als verbindliche Referenz für alle Gewerke übernommen?

· Korpus-Statik: Werden die Schrankteile mit quellendem PU-Leim und verdeckten Verbindern unzerstörbar und wasserfest produziert?

Sicherheits-Zugang: Sind alle Gerätestecker und Wasser-Absperrventile in den Nachbarschränken jederzeit frei zugänglich platziert?

5. Praktische Details & Werterhalt

Ein durchdachtes Küchendesign bewährt sich erst in der täglichen Nutzung. Wo andere „Standardlösungen" an ihre Grenzen stoßen, setzen wir auf ergonomische und handwerkliche Details, die den Arbeitsfluss spürbar verbessern.

Intelligentes Müllmanagement

Ein klassischer Mülleimer hinter einer Drehtür unter der Spüle ist eine ergonomische Fehlplanung – der Raum wird kaum genutzt, ist schwer zugänglich und umständlich zu reinigen.

· Hauptsystem: Ein Auszug mit hoher Front und fixierten, leicht zu reinigenden Behältern bietet maximalen Stauraum und leichten Zugriff, ohne am Boden kriechen zu müssen.

· Bio-Müll: Ein eingelassener 5–7 Liter Behälter wird direkt unter der Arbeitsplatte platziert. Reste lassen sich ohne Bücken unmittelbar vom Schneidebrett in den Eimer wischen – der meistunterschätzte Ergonomie-Tipp.

Stauraum-Logik: Ecken und Lastverteilung

· Tote Ecken: Teure LeMans-Auszüge oder Karussells sind anfällig für Defekte, schwer zu reinigen und bieten trotzdem wenig Platz. Wirtschaftlicher und stabiler ist es oft, Ecken „tot" zu lassen und dafür links und rechts breitere, hochbelastbare Auszüge zu planen. Diese ungenutzten Räume eignen sich zudem für diskrete Geheimfächer.

· Schwere Gegenstände unten: Gusseisenpfannen oder Vorräte gehören konsequent in die unteren Auszüge. Das schont die Beschläge und berücksichtigt die Hebelwirkung bei voll ausgezogenen 120-cm-Schubladen. Die Schienen tragen zwar 30–70 kg, aber Bodenstabilität und Frontanbindung leiden bei dauerhafter Überlastung.

Präzision bei Einbau und Oberflächen

· Flächenbündige Integration: Spülen und Kochfelder werden bei uns bevorzugt flächenbündig verbaut. Ohne störende Kanten lassen sich Krümel und Flüssigkeiten direkt ins Becken wischen – ein hygienischer Standard, der höchste handwerkliche Präzision erfordert.

· Kantenschutz bei grifflosen Küchen: Bei grifflosen Systemen sind die Griffkanten durch Hautfette und mechanische Beanspruchung extrem gefordert. Minderwertige Lacke versagen dort nach 5 Jahren. Wir verwenden spezielle Anti-Fingerprint-Beschichtungen mit 2 mm Stabilkanten oder Massivholzanleimer, um Verfärbungen und Materialermüdung vorzubeugen.

Akustik und Ästhetik: Die Haptik des Klangs

Eine handwerkliche Küche klingt anders – Qualität ist hörbar.

· Antidröhn-Technik: Unter Edelstahlspülen verkleben wir Antidröhn-Matten aus Butyl. Das Wassergeräusch klingt dadurch satt und gedämpft statt blechern.

· Akustisches Feedback: Massive Fronten erzeugen beim Schließen ein wertiges Geräusch. Die Dämpfungssysteme werden so feinjustiert, dass sie völlig lautlos schließen – Qualität, die man hört (oder eben nicht).

· Durchlaufendes Furnierbild: Bei Holzküchen achten wir auf ein „gestürztes" Furnierbild. Die Maserung wächst optisch über alle Fronten hinweg weiter und erzeugt eine visuelle Ruhe und Symmetrie, die Massenware nicht bieten kann.

Werterhalt durch Pflege

Eine hochwertige Küche bleibt nur dann hochwertig, wenn sie richtig gepflegt wird. Holz und Naturstein sind edle Materialien, die Aufmerksamkeit verdienen.

· Stehendes Wasser vermeiden: Besonders bei Echtholz, das unzureichend lackiert wurde, oder Steinplatten mit schlecht verarbeiteten Fugen ist stehendes Wasser ein Problem. Auch Steinplatten sind kein Garant für Langlebigkeit – sie müssen professionell verarbeitet sein. Ein kurzes Trockenwischen nach dem Kochen sichert die Optik für Jahrzehnte.

· Raumklima beachten: Extreme Schwankungen bei Luftfeuchtigkeit und Temperatur können bei allen Werkstoffen zu Verzug führen. Das Haus sollte sich nicht monatelang unkontrolliert aufheizen, und die Luftfeuchtigkeit sollte nicht regelmäßig 80 % überschreiten.

Feuchteschutz

· Spülenschrank: Die Bodenecken sollten mit hochwertigem Silikon abgedichtet werden – alternativ kann ein eingebogenes Blech eingelegt werden. Selbst wenn der Siphon mal unbemerkt tropft, verrottet das Material nicht. Ein Standard-Korpus ist nach drei Tagen Feuchtigkeit Schrott.

Holzteile mit Bodenkontakt: Alle Holzteile, die den Boden berühren (z. B. Seitenwände beim Kühlschrank), müssen mit einer Silikonfuge abgedichtet werden. Holz saugt Wasser wie ein Schwamm – Silikon verhindert das Aufquellen beim Putzen.

6. Raumkonzeptplanung:
Das Fundament, bevor die ersten Möbel entstehen

Bevor über Korpushöhen, Auszüge oder Materialstärken gesprochen wird, muss das große Ganze stimmen. Es gibt nichts Schlimmeres, als nach der Baufertigstellung draufzukommen, dass vieles übersehen wurde oder gar nicht angedacht. Und das erleben wir bei jedem zweiten Kunden. Um genau das zu vermeiden, bieten wir Raumkonzeptplanung als eigene Leistung an – weil ein Grundrissfehler später nicht einfach repariert werden kann.

Raumkonzeptplanung betrifft jedes Zimmer und damit das gesamte Haus. Räume wirken zusammen und ergeben ein familiäres Lebenssystem. Wenn diese Gesamtaufteilung nicht natürlich ineinandergreift, entstehen Umwege, Engstellen und Kompromisse, die man im Alltag täglich bereut. Ein durchdachtes Raumkonzept sorgt für Flexibilität, sodass sich Ihre Räume auch künftig veränderten Lebenssituationen anpassen können.
Das ist ein Faktor, den die meisten leichtfertig unterschätzen.

Warum Architekten hier oft nicht ausreichen

In vielen Projekten liegt der Fokus von Architekten verständlicherweise auf Baukörper, Statik, Energieeffizienz und der ästhetischen Gesamtwirkung. Die praktische Alltagsnutzung einzelner Räume – insbesondere Küchen, Bäder, Hauswirtschaftsräume – steht dort häufig nicht im Zentrum. Die spezifischen Anforderungen werden deshalb oft nicht sauber an die Kunden weitergegeben oder gar nicht erst analysiert.

Ein Tischler arbeitet an der Schnittstelle zwischen Entwurf und Wirklichkeit. Wir werden regelmäßig zu Montageruinen gerufen und sehen dort die Fehler, die entstehen, wenn Theorie auf erdachte Realität trifft: Türen, die in der Ecke kleben oder gegen Schränke schlagen. Umständliche Laufwege, die den Arbeitsfluss erschweren. Schränke, die zu wenig tief sind, weil sie bei der Planung zu spät berücksichtigt worden sind. Bäder, in denen man sich nicht umdrehen kann. Schlafzimmer, in denen der Kleiderschrank das Fenster blockiert oder viel zu nahe am Bett steht.
Diese Fehler entstehen, weil niemand mit Praxiserfahrung frühzeitig eingebunden wurde.
Wir sehen die Details, die über Jahrzehnte den Unterschied zwischen Frust und Freude ausmachen.

Warum Raumkonzeptplanung unverzichtbar ist

Funktionale Raumgestaltung
Wir planen Räume bedarfsorientiert statt nach Katalogbildern und bedenken dabei Alltag, Sicherheit und Abläufe gemeinsam. Unterschiedliche Nutzungen verlangen unterschiedliche Lösungen: In der Küche wird gearbeitet, im Bad bewegt man sich auf nassem Boden, im Schlafzimmer steht man nachts im Dunkeln auf, im Flur kreuzen sich alle Wege. Ein gutes Konzept trennt Funktionszonen von Durchgangsverkehr, vermeidet Engstellen und schafft Freiraum, sodass alle harmonisch tätig sein können. Gleichzeitig berücksichtigen wir die soziale Dynamik: Wo ist Austausch gewünscht, wo braucht es Ruhe und Abschirmung – etwa zwischen Küche, Wohnzimmer und Homeoffice. Entscheidend ist auch die Prozesslogik des Alltags: Einkäufe, Wäsche, Schuhe und Schlüssel haben klare Wege und feste Plätze. Sind diese Abläufe sauber durchdacht, entsteht Ordnung statt täglichem Chaos.

Technik, Akustik und Wartbarkeit
Strom, Wasser, Abluft und Netzwerk müssen logisch geplant, zugänglich und wartbar bleiben – nicht improvisiert hinter Möbeln verschwinden. Gleichzeitig trennt eine gute Raumaufteilung laute von ruhigen Zonen: Eine Waschmaschine gehört nicht an die Bürowand, technische Geräuschquellen nicht an Schlafräume.

Wirtschaftlichkeit und Zukunftssicherheit
Layoutfehler sind die teuersten Fehler – sie lassen sich nur durch Umbau korrigieren. Raumkonzeptplanung ist die günstigste Versicherung dagegen. Gleichzeitig ermöglicht ein durchdachtes Konzept Flexibilität für veränderte Lebenssituationen: Kinder kommen oder ziehen aus, Homeoffice gewinnt an Bedeutung, Räume ändern ihre Funktion. Diese Anpassungsfähigkeit steigert langfristig auch den Werterhalt der Immobilie.

Zu große Verkehrsflächen (Flur-Labyrinth)

Ein klassischer Fehler ist die Planung von zu langen oder zu breiten Fluren. Diese reinen Verkehrsflächen verbrauchen wertvolle Quadratmeter, die in den eigentlichen Wohnräumen fehlen, verursachen jedoch dieselben Baukosten.
Vermeidung: Räume um einen zentralen Kern organisieren und Flurbereiche durch funktionale Nischen wie Garderoben oder Stauraum sinnvoll nutzen.

Fehlende oder falsch platzierte Wandstellflächen

Bodentiefe Fenster und viele Durchgangstüren wirken modern, lassen aber oft keinen Platz für Möbel. Wer erst beim Einzug merkt, dass Bett, Schrank oder Sideboard keinen geeigneten Platz finden, hat ein Planungsproblem.
Vermeidung: Möbel frühzeitig in Originalgröße im Grundriss mitdenken und ausreichend geschlossene Wandflächen für Schränke und Regale einplanen.

Unser Angebot: Raumkonzeptplanung als eigenständige Leistung

Wir bieten Raumkonzeptplanung als separate Dienstleistung an – für das ganze Haus oder einzelne Räume. Auch dann, wenn Sie die Möbel später woanders kaufen.

Das Ergebnis ist ein klar dokumentierter Raumplan mit exakten Maßen, definierten Zonen, Laufwegen, Installationspunkten und Wartungszugängen. Alle beteiligten Gewerke – vom Elektriker über den Installateur bis zum Fliesenleger – arbeiten auf derselben verlässlichen Grundlage. Abläufe sind abgestimmt, Entscheidungen eindeutig, die Umsetzung läuft strukturiert und effizient. Das spart Zeit, senkt Kosten und sorgt für eine reibungslose Baustelle vom ersten Schritt bis zur Fertigstellung.

Die häufigsten Fehler, die wir durch Raumkonzeptplanung verhindern: Türen, die gegen Schränke schlagen oder nicht vollständig öffnen. Möbel, die Fenster blockieren. Zu große Kochinsel, für die eigentlich gar kein Raum da ist. Steckdosen hinter Möbeln oder an unpraktischen Stellen. Lichtschalter, die hinter geöffneten Türen verschwinden. Bäder, in denen man sich nicht bewegen kann. Flure ohne Stauraum. Schlafzimmer ohne Platz für ausreichend Kleiderschrank. Akustische Katastrophen in offenen Grundrissen.

Praxisbeispiele
KÜCHE: Minimal-Wunsch vs. Alltagsrealität

Ein Kunde wünscht eine große Kochinsel, clean und minimal. Im Alltag leben vier Menschen, die Terrassentür in der Nähe wird ständig genutzt, mehrere Kleingeräte sind im Einsatz, es wird täglich aufwendig gekocht. Die Insel wird zur permanenten Blockade, jeder Weg führt um sie herum. Die Bedarfsanalyse hätte das früh gezeigt. Nach drei Wochen wirkt die Küche nicht mehr minimal, sondern permanent angeräumt und vollgestellt – das Gegenteil von minimal. Die Lösung: eine schmälere, anders positionierte Insel oder eine Halbinsel-Variante, die den Durchgang freihält und im Alltag tatsächlich funktioniert.
Dann wird minimal auch im Alltag minimal.

BAD: Schall, Bewegungsfreiheit und Belüftung

Das Badezimmer liegt direkt neben dem Schlafzimmer, nur durch eine dünne Wand getrennt. Jede Toilettenspülung, jede Dusche ist hörbar. Der Waschtisch steht so, dass man beim Zähneputzen gegen die Tür stößt. Die Waschmaschine steht im Bad, aber es gibt keine Belüftung – Schimmelgefahr. Mit Raumkonzeptplanung hätten wir Schallschutz eingeplant, die Waschmaschine in einen belüfteten Hauswirtschaftsraum verlegt und den Waschtisch so positioniert, dass Bewegungsfreiheit erhalten bleibt.

Checkliste für Ihr Planungsgespräch
Was wir im Gespräch gemeinsam ermitteln

Eine durchdachte Raumplanung setzt dort an, wo Alltag tatsächlich stattfindet. Im gemeinsamen Gespräch klären wir Nutzung, Abläufe, zukünftige Veränderungen und Details, die später über Komfort, Ordnung und langfristige Zufriedenheit entscheiden.

1. Prioritäten & Budgetrahmen

  • Was ist Ihnen wichtiger: Stauraum, Pflegeleichtigkeit, Ergonomie oder maximale Langlebigkeit?

  • Soll die Gestaltung zeitlos funktionieren oder bewusst einem aktuellen Stil folgen?

2. Haushalt & Nutzung

  • Wie viele Personen nutzen die Räume gleichzeitig?

  • Gibt es typische Stoßzeiten (Morgenroutine, Kochen, Heimkommen)?

  • Leben Kinder oder Haustiere im Haushalt, die besondere Wege oder Zonen erfordern?

3. Zukunft & Anpassungsfähigkeit

  • Welche Räume sollen später anders genutzt werden können?

  • Sind Reserven für zusätzliche Anschlüsse, Technik oder Umbauten sinnvoll?

  • Ist barrierefreies Wohnen perspektivisch relevant?

4. Stauraum & Ordnungssysteme

  • Welche Gegenstände werden regelmäßig, welche saisonal genutzt?

  • Wo sollen Geräte, Werkzeuge und Hobbyausrüstung sinnvoll untergebracht werden?

  • Was soll sichtbar bleiben, was bewusst verschwinden?

5. Wege, Zonen & Funktion

  • Wo kreuzen sich Wege unnötig?

  • Welche Bereiche brauchen Trennung, welche Nähe?

  • Sind Türanschläge, Öffnungsrichtungen und Hauptlaufwege logisch gesetzt?

6. Licht, Akustik & Raumklima

  • Wo wird Ruhe benötigt, wo Aktivität toleriert?

  • Welche Geräuschquellen liegen nebeneinander?

  • Wie werden Blendung, Hall und Feuchtigkeit kontrolliert?

7. Raumspezifische Anforderungen

  • Küche: Insel ja/nein, Sitzplätze, Geräte- und Kaffeezonen

  • Bad: gleichzeitige Nutzung, Waschmaschine, Belüftung

  • Schlafzimmer: Stauraum, Verdunkelung, Zusatzfunktionen

  • Büro: Akustik, Hintergrund, Netzwerk

  • Hauswirtschaft: Kurze Wege, Wäschekreislauf, Vorrat

Ergebnis
Aus dieser Raumkonzeptplanung entsteht ein Raumkonzept, das im Alltag wirkt – heute, morgen und in veränderten Lebensphasen.

Service & Garantie

Nach der Montage ist es normal, dass sich manches so setzt, dass Türen oder Schubladen leicht verstellen. Kontaktieren Sie uns – Nachjustieren gehört zum Service. Wir bieten zudem ein jährliches Service-Paket zur Nachjustierung aller Beschläge an.

Sie erhalten 2 Jahre Garantie auf alle Teile bei ordnungsgemäßer Nutzung. Bei Schäden durch Feuchtigkeit oder Gewalteinwirkung finden wir ebenfalls eine Lösung.

Unser Versprechen

Eine Küche ist mehr als Möbel – sie ist das Zentrum des Hauses, täglich im Einsatz, über Jahrzehnte. Wer hier an der falschen Stelle spart, zahlt später doppelt: mit Reparaturen, Ärger und vorzeitigem Austausch.

Ein Tischler, der sein Handwerk mit Leidenschaft betreibt, nimmt sich die Zeit, die echte Qualität braucht. Wir bearbeiten jedes Detail so lange, bis wir selbst zufrieden sind – denn wir wissen aus Erfahrung: Wenn wir mit unserer Arbeit zufrieden sind, werden Sie es auch sein.

Qualität ist keine bloße Kostenfrage, sondern eine Frage der Haltung und der Fachkenntnis. Auf Jahrzehnte gerechnet ist handwerkliche Präzision immer die nachhaltigere, günstigere und am Ende schönere Wahl. Wir bauen Küchen, mit Leidenschaft und Überzeugung. Keine Kompromisse bei Material, Verarbeitung und Planung. Das ist unser Standard – und Ihr Vorteil.

Wählen Sie Ihren Weg:

· 1. Erstberatung: Technische Machbarkeitsprüfung für Ihren Grundriss von der ersten Skizze an.
· 2. Technik-Check: Professionelle Zweitmeinung zu Materialstärken und Montagequalität Ihres bestehenden Angebots.
· 3. Rundum-Sorglos: Komplette Projektabwicklung – vom millimetergenauen Installationsplan bis zur finalen Montage.

Der nächste Schritt: Gespräch vor Ort

Lassen Sie uns Ihren Raum vermessen und Ihre Anforderungen besprechen. Wir erstellen Ihnen ein detailliertes, unverbindliches Angebot mit Fokus auf echte Langlebigkeit.

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Küche mit Substanz statt Hochglanz-Versprechen.
Schreiben Sie uns für ein Planungsgespräch – wir melden uns innerhalb von 24 Stunden.

Bereit für eine Küche mit Substanz?

Wir bauen keine Standardware, sondern handwerkliche Meisterstücke. Wir achten auf Details, die über Jahrzehnte den Unterschied in Ergonomie und Werterhalt machen.